ERASMUS+ ermöglicht Lobkos Austauschwochen mit dem tschechischen Tábor und dem österreichischen Lembach

In der Woche vom 12. – 16. November 2018 konnten dank der großzügigen Unterstützung des „ERASMUS+“-Programms der Europäischen Union 10 Schülerinnen und Schüler aus den 7., 8. und 9. Klassen der Lobkowitz-Realschule Neustadt ein einmaliges kulturelles Austauscherlebnis erfahren. Denn in dieser Zeit fand das erste von insgesamt 6 Treffen in den Schuljahren 2018/19 und 2019/20 statt.
Schon zu Beginn der Reise zur Táborské Soukromé Gymnázium a základní Škola ins tschechische Tábor war die Vorfreude der hoch motivierten Schülerinnen und Schüler greifbar. Nach der Ankunft und einer ersten Stärkung im Gastland ging es weiter zu einer von tschechischen Schülern gehaltenen Stadtführung. Erwartungsvoll verabschiedeten sich die Schülerinnen und Schüler dann voneinander, um mit ihren tschechischen Partnern die Gastfamilien für die folgende Woche kennenzulernen.
Am nächsten Morgen versammelte sich die Schülergruppe dann gut gelaunt und bestens versorgt an der Schule. An dieser Stelle schon einmal ein herzliches Dankeschön an die aufnehmenden tschechischen Familien, die eine wirklich hervorragende Betreuung gewährleisteten und ihre Gastschülerinnen und -schüler mit einer unglaublichen Freundlichkeit, Großzügigkeit und Wärme aufnahmen. Den Vormittag verbrachte die internationale Gruppe im Semenec-Zentrum, in dem ihnen Einblicke in den Themenbereich Lebensraum Wasser und Boden gegeben wurde. Dabei durften die Schülerinnen und Schüler natürlich selbst Hand anlegen. Sei es beim Herausstechen von Bodenproben und deren Analyse, als auch beim Nehmen von Proben in nahen Gewässern, welches den Gruppen sichtbar Freude bereitete und sie auch in Staunen versetzte, da sie trotz frostiger Temperaturen nicht nur allerhand Pflanzen bestimmen, sondern auch kleine Wassertiere fangen und studieren konnten. Etwas durchgefroren, aber sehr zufrieden mit der erbrachten Leistung stiegen alle wieder in den Bus ein, welcher sie nach einem Essenszwischenstopp wieder zurück an die Schule brachte. Dort stand für das Nachmittagsprogramm die Analyse der für diesen Zweck von allen Teilnehmerländern mitgebrachten Wasserproben an. Zur Erleichterung der Lehrer genügten all diese Proben den strengen Kriterien vollends. Am Abend stand dann noch ein absolutes Highlight an. Beim Laser Tag konnten sich die Schülerinnen und Schüler auspowern und ihre internationale Teamfähigkeit unter Beweis stellen.
Am Mittwoch ging es dann in aller Frühe zum „Storchennest“, einer wirklich beeindruckenden Mischung aus Zoo, aktivem Bauernhof und Hotelanlage. Beim Lehrpfad „Labyrinth am Bauernhof“ konnten die Schülerinnen und Schüler heimische Pferde-, Schaf- und Kuhsorten, aber auch exotische Tiere wie Erdmännchen oder Kängurus in ihren Lebensräumen aus der Nähe besichtigen. Sehr anschaulich erläuterte dabei unsere Rundgangsleiterin Kurioses und Wissenswertes über die Tiere und ihre Habitate. Anschließend fuhr die Gruppe noch zur Ausstellung „Experimenta“ in Benešov, bei welcher Experimente mit Licht und Ton anstanden, bevor zurück an der Schule die Wasserproben weiter untersucht wurden.
Der vierte Projekttag stand ganz im Zeichen der Gewässer und damit auch der lokalen Fischereigeschichte. Bei Třeboň konnten die Schülerinnen und Schüler live miterleben, wie der riesige Weiher Mazelov abgefischt wurde. Die Massen an Fischen imponierten den Jugendlichen sichtbar und regte sie zum Nachdenken über das Thema Fleisch- und Fischproduktion an. Passend dazu besuchte die Gruppe anschließend das lokale Fischereimuseum, in dem neben Experimentiermöglichkeiten die Geschichte der meist künstlich angelegten Weiher aufgezeigt wurde. Nach dem Mittagessen im Kellergewölbe des Lokals "zu Magister Kelly" bestieg die gesamte Gruppe gestärkt den barocken Erweiterungsbau des Turmes der frühgotischen Kirche in Třeboň. Hier bot sich ein fantastischer Blick auf die Altstadt. Anschließend spazierte sie zum Teich Svet mit einer Fläche von 214 ha. Dort befindet sich die Bronzestatue des Teichbaumeisters Jakob Krcin, der den Teich in den Jahren 1571-1573 angelegt hatte. Danach stand noch ein Abstecher ins Besucherzentrum des Landschaftsschutzgebietes und Biosphärenreservates Trebonsko - Wittingauer Becken an. Das Haus der Natur siedelt in den Räumlichkeiten des staatlichen Schlosses Třeboň. Dort befindet sich die ständige Ausstellung "Landschaft und Menschen". Hier werden Einblicke in die Geschichte der Natur und Landschaft in dieser Region vermittelt sowie unterhaltsame und lehrreiche Aktivitäten geboten. Nach diesem ereignisreichen Nachmittag brachte uns der Bus zurück zum Busbahnhof in Tábor. Doch viel Zeit zum Faulenzen blieb nicht, da kurz darauf schon ein weiterer heiterer Programmpunkt anstand, nämlich ein gemeinsamer Kegelabend, der allen Beteiligten sehr viel Spaß bereitete und den Tagesabschluss mit erneuten wertvollen internationalen Kontakterfahrungen bildete.
Am Freitag, dem letzten Austauschtag, kamen die Schülerinnen und Schüler in der Früh in der Schule zusammen, um im Labor erneut vielfältige Experimente zum Thema Wasser und Boden durchzuführen. So standen Mikroskopieren, erneute Wasseruntersuchungen und das Festhalten der Ergebnisse auf dem Programm. Dies bildete den Abschluss der Woche unserer „Jungen Forscher in Europa“ und ließ die internationalen Teams nochmal wertvolle Kooperationserfahrungen machen. Zu guter Letzt ließ man anhand von Bildern die Woche noch einmal Revue passieren und schon hier war leichter Wehmut in vielen Gesichtern zu erkennen, hatten sich in dieser kurzen Zeit doch schon starke Verbindungen zwischen Gastschülern und Gastfamilien gebildet. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto ging es dann wieder ab in die Heimat - müde, aber zufrieden. Herzlichen Dank an alle Beteiligten, die Schülerinnen und Schüler, welche sich bereit erklärt hatten, an diesem Abenteuer teilzunehmen, allen beteiligten Lehrerinnen und Lehrern – und vor allem der Schulleiterin Markéta Švadlenová - der tschechischen Schule, die mit viel Engagement und Fachwissen dieses Erlebnis erst möglich gemacht haben und auch unseren österreichischen Kolleginnen für ihre unkomplizierte und freundschaftliche Art. Wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch im April an der Lobkowitz-Realschule!

 

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