ERASMUS-Treffen „Young Scientists in Europe“ vom 21.-25. Oktober

Im Oktober 2019 ging es auf zur nächsten Runde unseres ERASMUS+ Austauschprogramms mit den Schulen aus dem tschechischen Tábor und dem österreichischen Lembach. Nach der Ankunft erwarteten die Schülerinnen und Schüler bei herrlichem Sonnenschein und über 20 Grad eine Stadtführung zum Thema „denkwürdige Bäume in Tábor“ und der Besuch im botanischen Garten der Stadt. Zur Stärkung unterbrach ein leckerer Stehimbiss mit Pizza und Muffins im Park die interessanten Lehreinheiten. Wie oft geht man an Bäumen in Städten vorbei, ohne deren Geschichte und lokale Bedeutung zu erahnen. So stieß vor allem bei den österreichischen und deutschen Lehrern das Lindenpaar, das zu Ehren Kaiser Franz‘ und Sissys Vermählung gepflanzt worden war, auf reges Interesse... inklusive bayerisch-österreichischer Hofromantik. In den Gewächshäusern des botanischen Gartens erkundeten die Schülergruppen bei tropischen Temperaturen Pflanzen, welche man so bei uns nicht erwarten würde. Von Bananen, über Agaven und Kakteen, bis zum Heimatbaum hoch giftiger Tierarten, wie dem Pfeilfrosch, dessen Gift der indigenen Bevölkerung als äußerst wirkungsvolle Jagdhilfe auf ihren Pfeilen dient... zum Glück waren bei diesem spezifischen Exemplar des Baumes aber keine solchen Tiere zu Hause. Thematisch stiegen wir also unmittelbar in das diesjährige Motto „Wald und Biosphäre“ ein, nachdem wir letztes Jahr bei insgesamt drei Treffen das Thema „Wasser und Boden“ behandelt hatten. Nach der anstrengenden Reise und dem interessanten Programm verabschiedeten sich die Schülerinnen und Schüler dann in die Gastfamilien, um dort den Tag ausklingen zu lassen.
Am nächsten Morgen versammelten wir uns um 7:30 an der Schule, um zu unserem Tag in Prag aufzubrechen. Antworten auf die Rückfrage nach den Erfahrungen in den Gastfamilien reichten vom bayerischen „Passt scho“ bis zum neudeutschen „War voll cool“ und so bestiegen wir alle zufrieden den Bus Richtung tschechischer Hauptstadt. Erste Station war das Tschechische Nationalmuseum für Landwirtschaft. In dessen Ausstellung „Mit dem Förster durch das Jahr“ lernten die Schülerinnen und Schüler über die Aufgabe der Pflege des Waldes und über dessen „Jahreszeiten“. Im „Labor der Stille“ konnten sie mittels modernster Technik das Biotop Wald auf Zellebene erleben. Dieses beeindruckende „virtuelle Labor“ war für den tschechischen Pavillon der EXPO 2015 erschaffen und kann nun im Nationalmuseum für Landwirtschaft genossen werden. Den Panoramablick auf dem Dachgarten mit Bienenstöcken und einem kleinen Feld störte leider der dichte Nebel an diesem Tag. Während des anschließenden Innenstadtrundgangs mit vielen interessanten Einblicken in diese historische Stadt nutzten viele die kurzen Möglichkeiten zum „Mini-Shopping“, bevor uns der Bus zum Prager Zoo und dessen Ausstellung „Exotisches Ökosystem“ fuhr. Am Abend kehrten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erschöpft aber zufrieden nach Tábor und in ihre Gastfamilien zurück.
Auch am Mittwoch ging es mit dem Bus in die Nähe der tschechischen Hauptstadt in das Dendrologische Zentrum Průhonice. Beim dortigen „Spaziergang um die Welt“ lernten die Schülergruppen interessante und typische Pflanzen, Baumarten und sonstige Holzgewächse kennen. Zum Mittagessen konnte neben Risotto natürlich eines der tschechischen Nationalgerichte nicht fehlen: panierter Käse. Ein absolutes Highlight war an diesem Tag aber sicher der Besuch im Laser Game in Tábor, bei dem sich internationale Teams messen konnten.
Der Donnerstagvormittag gehörte der Schülerarbeit im Schullabor. So bereiteten diese Präsentationen zum Thema „sehenswerte Bäume in meiner Umgebung“ vor und kreierten in internationalen Teams einen Lebensbaum. Anschließend wurden die Kalorien vom hervorragenden Buffet an der Schule gleich wieder beim Trampolinspringen verbrannt.
Der letzte Tag stand ganz im Zeichen des atemberaubenden Baumkronenwegs in Lipno. In schwindelerregender Höhe konnten wir die spektakuläre Aussicht genießen und einmal wahrhaft „über den Dingen“ stehen. Nach dem Mittagessen vor Ort ging es dann von dort direkt zurück in die Heimat. Erschöpft, voller neuer Eindrücke und zufrieden verließ unsere ERASMUS+ Gruppe den Bus, um von ihren Familien in Empfang genommen zu werden.
Ein großes Dankeschön geht an die Europäische Union und ihr ERASMUS+ Programm. Ohne die von ihr bereitgestellten Mittel, hätten unsere Schülerinnen und Schüler diese Erfahrung sicher nicht in diesem Umfang machen können. Diese Kontakte mit unseren Nachbarn und Partnern sind immerhin das, was Europa stark und uns zu echten Freunden macht... auch und besonders in Zeiten aufstrebender nationaler Strömungen in vielen Mitgliedsstaaten.
Besonderen Dank möchten wir natürlich ebenso unseren österreichischen und tschechischen Partnern, besonders der tschechischen Schulleiterin Markéta Švadlenová, den Lehrerinnen und Lehrern und vor allem auch den aufnehmenden Familien, aussprechen, die mit vollem Engagement und sehr im Geiste des europäischen Gedankens nicht nur dieses umfangreiche und zielführende Programm erarbeitet, sondern sich auch immer vorbildlich um uns alle gekümmert haben. Ihr habt uns das Gefühl gegeben, willkommene Gäste in einem anderen Zimmer des europäischen Hauses zu sein, wofür wir zutiefst dankbar sind. Im April 2020 können wir uns dann revanchieren, wenn wir die nächste Phase des Projektes bei uns an der Lobkowitz-Realschule Neustadt einleiten. Bis dahin „Čau!“, „Servus!“ und „Bis bald!“

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