Briefaktion Seniorenheim: Ich bin ein*e Senior*in und ihr habt mir geschrieben

Das Netzwerk Diakonisches Lernen rief und ruft Schüler, Lehrkräfte, Eltern und Freunde zu Briefaktionen unter dem Motto: „Ich bin ein*e Senior*in, und ihr habt mir geschrieben!“ auf.
Begegnungen von Schülerinnen und Schülern mit Bewohnern in Senioren- und Pflegeeinrichtungen sind aufgrund der Quarantänebestimmungen derzeit nicht möglich. Ältere Menschen leiden unter dieser Situation, nehmen aber umso bewusster wahr, ob die „Welt draußen“ an Zeichen der Nächstenliebe und Solidarität festhält, oder alte Menschen nur als „Risikogruppe“ ansieht. In Abwandlung eines der Werke der Barmherzigkeit ("Ich war krank, und ihr habt mich besucht!" Matthäus 25) sollten und sollen sich Schüler, Lehrkräfte, Eltern und Freunde an der Briefaktion beteiligen. Viele Menschen in den Alten- und Pflegeheimen haben kein Telefon oder können kein Tablet bedienen. Ihre Einsamkeit nimmt zu. Um ihnen eine Freude zu machen und Licht in ihren Alltag zu bringen, beteiligen wir uns mit der Lobkowitz Realschule Neustadt an dieser Briefaktion. Bereits zahlreiche Schüler*innen haben ihr Zeichen der Solidarität bekundet, indem sie wunderbare, kreative und herzbewegende Beiträge entsandten. Das erfüllt uns als Schulgemeinschaft mit unglaublicher Freude, und wir möchten alle bitten, genau hier weiterzuarbeiten, so dass ganz viele Briefe ganz viele einsame Senioren erreichen, und sie sich nicht mehr ganz so einsam fühlen. Wie dies funktionieren kann, seht ihr anhand einiger sehr gelungener Werke. Vielen herzlichen Dank an alle Solidaritätsstifter!

Hallo liebe/r Bewohner/in des Seniorenheims,
mein Name ist Julian und Ich besuche die Klasse 7b der Lobkowitz Realschule in Neustadt.
Ich habe erfahren, dass es eine Aktion gibt, wo man Bewohnern eines Seniorenheimes einen Brief
schreiben kann, woran Ich natürlich gerne teilnehme.
Erstmal etwas zu meiner Person: Wie schon erwähnt, heiße Ich Julian. Ich wohne zusammen mit
meinen Eltern, meinem Opa, meinen zwei Geschwistern und meinem Hund „Lilly“.
Auch wenn Ich aktuell nicht die Schule besuchen kann, versuchen unsere Lehrkräfte mittels
„Home-Schooling“ uns neues Sachen beizubringen, was sich nicht immer als unkompliziert
darstellt. Allerdings bietet diese außergewöhnliche Situation viele Möglichkeiten um sein Leben
„anders“ zu gestalten. Gemeinsam mit meinen Eltern und meinem Opa haben wir im Garten ein
neues Hochbett aus Europaletten gebaut und bepflanzt. Auch kann Ich im Moment sehr viel Zeit mit
meinem Hund verbringen und mit im Gassi gehen.
Leider konnte heuer kein Maibaum aufgestellt werden, was Ich sehr schade fand. Allerdings haben
meine Eltern einen kleinen Maibaum an unserer Grundschule aufgestellt, damit ihn die Kinder
schmücken können.
Trotz dieser schwierigen Zeit wünsche Ich Ihnen ein paar schöne Momente und hoffe natürlich,
dass Sie alles gut und gesund überstehen, damit auch Sie bald Ihre Liebsten in die Arme schließen
können.
Anbei noch ein Gebet und Bilder von unserem Hochbeet und dem Maibaum.
Bleiben Sie gesund.
Viel Freude mit diesem Brief wünscht Ihnen


Julian

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Gebet:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von allem Bösen.
Den Dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit
AMEN

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