KZ-Überlebender Herr Żukowski besucht die 10a der Lobkowitz-Realschule Neustadt

Am 20.04.2018 hatte die Lobkowitz-Realschule das Glück, Herrn Leszek Żukowski − in Begleitung seiner Ehefrau und der Dolmetscherin Frau Kuhn – an der Schule begrüßen zu dürfen. Dies war nach 2017 schon ihr zweiter Besuch an der Schule. Diesmal stellte sich Herr Żukowski den Fragen der Klasse 10a und erzählte von seinen ganz persönlichen Erlebnissen während seiner Haftzeit. Als sein Martyrium begann, war er gerade 15 Jahre alt, also genauso jung wie die Schülerinnen und Schüler, die nun vor ihm saßen. Unfassbar waren die Geschichten von Gewalt, Erniedrigung und Willkür und von der Bedeutung einer Scheibe Brot, wenn man dem Hungertod nahe ist. Immer wieder unterbrach Herr Żukowski seine Ausführungen, um der Klasse die Möglichkeit zum Nachfragen zu geben und antwortete mit einer großen Offenheit selbst auf bestimmt noch immer schmerzende Erinnerungen auslösende Fragen. Mit großem Interesse versuchten die Zehntklässler, mit ihren Fragen das Unfassbare ein Stück weit besser zu verstehen, auch wenn das für sie − wie für wahrscheinlich alle nicht direkt Betroffenen – eine schier unlösbare Aufgabe darstellen musste.
Veranstaltungen wie diese sind aus mehreren Gründen von unschätzbarem Wert für eine Schule. So führen sie den Schülerinnen und Schülern drastisch vor Augen, dass es sich bei jeder im Geschichtsunterricht behandelten Zahl um individuelle Menschen handelt, welche sich in ihrer Individualität nicht von ihnen selbst unterscheiden. Ebenso gibt es wohl keinen direkteren Zugang zur Geschichte als einer Person zuzuhören, die aus ihrem eigenen Leben berichten kann. Und wenn diese Person dann von dem berichtet, was Menschen anderen Menschen anzutun fähig sind, wenn Intoleranz, Ausgrenzung und Hass zum Standard im zwischenmenschlichen Umgang erklärt werden, so leistet dies gewiss einen gewaltigen Beitrag zur Prävention gegen extremistisches Gedankengut und menschenfeindliche Ideologien.
Ein herzliches Dankeschön an Herrn und Frau Żukowski, Frau Kuhn für das äußerst reibungslose Simultandolmetschen, der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg für die Ermöglichung dieses Besuchs und den Schülerinnen und Schülern der Klasse 10a für ihre aktive Teilnahme.

Zusätzliche Informationen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok