Tag des Lebens 2019 für unsere 10. Klassen

Am 26.02.2019 fand für unsere 10. Jahrgangsstufe ein ökumenischer Projekttag zum „Tag des Lebens“ statt. Schulleiterin Fr. Irene Sebald, sowie die Fachschaftsvorsitzenden für Katholische Religionslehre, Fr. Uta Lorenz und Evangelische Religionslehre Fr. Heidi Riedel konnten dafür zahlreiche Referenten gewinnen, die zu folgenden Workshops referierten: WS1: Hilfe ins Leben: eine Hebamme berichtet (Fr. Arndt), WS2: Lebensmosaike: Die Arbeit von Bruder Georg in der Seelsorge, WS3: Menschen in sozialer Not – Hilfe aus der Sozialpädagogik (Hr. Rottmann), WS4: Leben mit einer schweren Krankheit – Organspende (Fr. Kathrin Schidla), WS5: Begleitung von schwerstkranken Menschen im Hospiz (Fr. Dollhopf), WS6: Umgang mit dem Tod: Besuch eines Bestattungsunternehmens.

Zu WS1: Annett Arndt ist seit 20 Jahren Hebamme. Dass sie diesen Beruf ausüben möchte, das wusste sie schon im Alter von zwölf Jahren. In ihrem Vortrag gab sie, selbst Mutter von drei Töchtern, Auskunft über ihren persönlichen Werdegang und erläuterte dann den Schülerinnen und Schülern die drei Hauptbereiche ihrer Tätigkeit: Vorsorge, die Aufgaben einer Hebamme bei der Geburt und die Nachsorge. Wir bedanken uns herzlich bei ihr für den kurzweiligen Vortrag, bei dem man Frau Arndt die Begeisterung und Freude an der Ausübung ihres Berufs jederzeit anmerken konnte.

Zu WS2: Bruder Georg vom Franziskanerkloster in Dietfurt zeigte einen Einblick in sein Wirken als Seelsorger. So begleitet er Menschen, die in einer Lebenskrise sind oder einfach mal eine Auszeit vom Alltag nehmen möchten, um neue Kraft und Lebensenergie zu schöpfen spirituell.

Zu WS3: Hr. Karlheinz Rottmann, ein ehemaliger Absolvent der Lobkowitz Realschule, berichtete über seine bewegte Biographie mit den Stationen: Polizist, FOS-Absolvent, Student, Diplom-Sozialpädagoge, Heimleiter in sozialen Einrichtungen, Dekanatsjugendreferent, Arbeit in einem Kibbuz, Tätigkeit im Bezirkskrankenhaus Wöllershof, Vormundschafts- und Fürsorgebeauftragter, Arbeit bei der Caritas (Schwerpunkt: Suchtprobleme), Aufgaben in der Flüchtlingshilfe, Arbeit beim Michaeliswerk Grafenwöhr und schließlich bei einem der größten überkonfessionellen Träger für soziale Hilfsangebote in Bayern: Condrobs. Hr. Rottmann gab zudem tiefe Einblicke in geschichtliche Zusammenhänge, da er als Polizist u. a. das KZ Dachau, das Areal für die geplante WAA Wackersdorf oder auch als Personenschützer den ehemaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß bewachen musste. Er wusste von Anschlägen der RAF zu berichten oder von Einsätzen während der westdeutschen Friedensbewegung gegen die Stationierung von Pershing II-Raketen Anfang der 1980er Jahre. Herzlichen Dank an Hr. Rottmann für seine engagierten und außergewöhnlichen Einblicke „mitten ins Leben“.

Zu WS 4: Nach einer schweren Erkrankung im Jahre 2014 änderte sich das Leben von Kathrin Schidla dramatisch. Eine seltene Autoimmunerkrankung schädigte ihr Herz und die Lungen derartig, dass sie mehrere Herzstillstände hatte und schließlich ins Koma fiel. „Ich war mehr tot als lebendig“, sagt sie über diese Zeit. Nach Monaten im Koma kann ihr ein Spenderherz transplantiert werden. Sie betont: „Ich habe ein zweites Leben geschenkt bekommen!“ Beeindruckend spricht die junge Frau darüber, wie sie sich ins Leben zurückgekämpft hat, über ihr neues Leben mit einem fremden Organ, auch darüber, wie sich ihr Alltag verändert hat und dass sie sich ganz bewusst für das Thema „Organspende“ einsetzt. Es ist ihr ein großes Anliegen, über dieses wichtige Thema aufzuklären, denn es kann jeden treffen. Sie besucht dazu immer wieder Vorträge an der Universitätsklinik in Regensburg und gibt ihre Erfahrungen gerne vor allem auch an junge Menschen weiter. Man kann nur staunen, wie dankbar und positiv Frau Schidla, trotz vieler Einschränkungen, von ihrem neuen Leben spricht. Vielen Dank für diesen besonderen Beitrag zu unserem Tag des Lebens 2019.

Zu WS 5: Frau Dollhopf ist bereits seit mehr als 35 Jahren Krankenschwester und begleitet schwerstkranke Menschen im Hospiz auf ihrem letzten Weg. Als sie in den 80iger Jahren für mehrere Jahre ihren Beruf in Israel ausübte, um sich um Holocaust-Überlebende zu kümmern, kam sie in Jerusalem mit der Hospizbewegung in Berührung, die totkranken Menschen aus aller Welt beistand und ihnen ein würdevolles Sterben ermöglichte. Diese Erfahrungen prägten Frau Dollhopf stark, sodass sie bei ihrer Rückkehr nach Deutschland diese Aufgabe lange Zeit in Bayreuth fortführte und mittlerweile in Neustadt a. d. W. Sie tut dies mit viel Liebe und Hingabe, man merkt ihr an, dass sie eine Krankenschwester mit Leib und Seele ist.
Nachdem Frau Dollhopf die Schülerinnen und Schüler über die Wurzeln und die Geschichte des Hospizes, wichtige Begrifflichkeiten, die Organisationsformen sowie die Aufgaben des Personals aufgeklärt hatte, erzählte sie am Ende von einer sehr bewegenden Geschichte: Frau Dollhopf musste Abschied nehmen von einem lieben Menschen, den sie im Hospiz auf ihrem Weg begleitete, nicht nur als Krankenschwester, sondern auch als Freundin. Ein herzliches Dankeschön an Frau Dollhopf für ihren wertvollen und berührenden Beitrag zum Tag des Lebens 2019.

Zu WS 6: 16 Schüler aus den Klassen 10a-d meldeten sich für den Workshop „Vom Umgang mit dem Tod; Besuch eines Bestattungsunternehmens“ an. Nach einem kurzen Fußmarsch zum Bestattungsinstitut Schmidt wurden wir sehr freundlich von Frau Schmidt aufgenommen. Wir konnten eindrucksvoll miterleben, wie am Ende des Lebens Vieles organisiert werden muss. Ohne Berührungsängste besuchten wir dann das Sarglager und wurden eingehend informiert, wie ein Bestattungsinstitut mit den Hinterbliebenen eine Beerdigung vorbereitet. Die interessierten Schüler stellten zahlreiche Fragen, welche von Herrn und Frau Schmidt bereitwillig beantwortet wurden. Wir danken ihnen ganz herzlich für ihren Beitrag zum „Tag für das Leben“, das für alle Menschen irgendwann einmal mit dem Tod enden wird.

Autorenteam: Fr. Gerwens
Fr. Sebald
Fr. Riedel
Fr. Lorenz, U.
Fr. Jobst
Hr. Bertelshofer

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