Synagogenfahrt der 9. Jahrgangsstufe

„Angst überwinden – Brücken bauen“ lautet das Jahresthema der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, das im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit 2018 vorgestellt wurde. Diesem Appell folgte die Lobkowitz Realschule – als „Schule ohne Rassismus Schule mit Courage“ und begab sich am letzten Montag vor den Sommerferien mit 100 Schülerinnen und Schülern der 9. Jahrgangsstufe nach Floß, um die Synagoge vor Ort zu erkunden. Begleitet wurden sie von ihren Religions- und Klassenlehrern: Fr. Gerwens, Fr. Neuhaus, Hr. Sennfelder, Fr. Forster, Hr. Biegerl und Fr. Riedel. Bürgermeister Günter Stich, selbst ein ehemaliger Lobkowitz-Absolvent begrüßte die junge Generation und führte sie unter Klängen jüdischer Musik in das im klassizistischen Stil (1815-1817) errichtete Bauwerk. Er gab Ausführungen zur Geschichte der Flosser Juden, deren Verfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus, zu besonderen Einrichtungsgegenständen der Synagoge, Symbolen (12 Säulen für die 12 Stämme Israels) und zur Nutzung des Gebäudes in der Vergangenheit und Gegenwart. Heute leben keine Juden mehr in Floß. Doch die Synagoge wird von der jüdischen Gemeinde Weiden betreut, und es finden Feste, Feierlichkeiten und Konzerte darin statt. Stich informierte auch über den benachbarten Judenfriedhof mit 451 Gräbern, welchen die Neuntklässler am Ende ihrer Exkursion besuchten. Abschließend begaben sich die Teenager in den neu angelegten musealen Bereich auf der Empore und bearbeiteten ein Begleitheft. Der Unterrichtsgang bot hervorragende Anknüpfungspunkte zu den Fächern Geschichte (10. Klasse: Fahrt nach Flossenbürg) und Kunst (die filigranen bunten Glasfenster mit hebräischen Schriftzügen waren eigens in Israel für die Synagoge gefertigt und von einem ortsansässigen Handwerker in die Fensterrahmen eingearbeitet worden). Ferner sieht das Vorbereitungsteam der Synagogenfahrt darin eine Bereicherung auf den Gebieten der Demokratieerziehung sowie der Heimat- und Kulturkunde. Das angemessene Verhalten in einem sakralen Raum, das bereits in der 5. Jahrgangsstufe angebahnt wurde, konnte zudem konkret erfahren und vertieft werden. Fr. Riedel, die die Synagogenfahrt organisiert hatte, bedankte sich herzlich bei Bürgermeister Stich mit einer Schullogotasse („Wir sind ein starkes Team“), die Power-Snacks aus dem Fairen Handel enthielt, den die Lobkowitz Realschule seit 2015 durch vielfältige Aktionen unterstützt. „Angst überwinden – Brücken bauen“ – daran wollen die Lobkowitz Realschüler auch weiterhin arbeiten und den außerschulischen Lernort „Synagoge“ bewusst wahrnehmen, antisemitischen Parolen die Stirn bieten und das Jahresmotto 2019 für die Woche der Brüderlichkeit zum Thema machen. Es steht schon fest: „Mensch, wo bist Du? Gemeinsam gegen Judenfeindschaft“.

Zusätzliche Informationen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok